Trudi, die tollpatschige Schildkröte

Es war einmal eine Schildkröte namens Trudi, die als die tollpatschigste Schildkröte im ganzen Wald bekannt war. Wo auch immer sie hinging, passierte ihr etwas Lustiges. Wenn sie durch den Wald spazierte, stolperte sie über jedes noch so kleine Steinchen, und wenn sie versuchte zu fressen, landete das Essen oft auf ihrem Kopf anstatt in ihrem Mund.

Eines Tages beschloss Trudi, etwas gegen ihre Tollpatschigkeit zu unternehmen. «Ich muss doch irgendwie lernen, mich nicht ständig zu blamieren», dachte sie. Also machte sie sich auf den Weg, um den klugen Spitzwegerich-Elf um Rat zu fragen.

Der Spitzwegerich-Elf war bekannt für seine weisen Ratschläge und seine Fähigkeit, die besten Geschichten zu erzählen. So machte sich Trudi auf den Weg zu seiner Wiese.

Als Trudi schliesslich dort ankam, rief sie laut: «Spitzwegerich-Elf, wo bist du? Ich brauche dringend deinen Rat!» Doch kaum hatte sie das gesagt, stolperte sie über ihre eigenen Füsse und landete kopfüber in einem Busch voller Spitzwegerich.

Plötzlich tauchte der kleine Spitzwegerich-Elf auf und konnte sich ein Lachen nicht verkneifen. «Trudi, du bist wirklich die einzige Schildkröte, die es schafft, sich in einem Busch zu verirren!»

Trudi rappelte sich mühsam auf, während die Blätter des Spitzwegerichs an ihrem Panzer hingen. «Bitte, Spitzwegerich-Elf, hilf mir! Ich bin so tollpatschig, dass ich fast den ganzen Wald umgeschubst habe!»

Der Spitzwegerich-Elf grinste und überlegte kurz. «Weißt du was, Trudi? Vielleicht kannst du deine Tollpatschigkeit zu deinem Vorteil nutzen! Wie wäre es, wenn wir das nächste Mal einen Spaß daraus machen?»

Trudi schaute verwirrt. «Wie soll ich denn aus meinen Missgeschicken einen Spaß machen?“

Der Spitzwegerich-Elf zwinkerte ihr zu. «Lass mich dir das zeigen!» Er pflückte ein Blatt vom Spitzwegerich und legte es vorsichtig auf Trudis Kopf. «Dieses Blatt wird dir helfen, das nächste Mal, wenn du stolperst, etwas Lustiges zu tun.»

Trudi war skeptisch, aber sie vertraute dem Spitzwegerich-Elf. Am nächsten Tag, als sie durch den Wald spazierte, stolperte sie wie gewohnt über einen kleinen Ast. Doch anstatt wie sonst hinzufallen, machte sie eine Rolle, sprang auf ihre Füsse und landete direkt in einem Laubhaufen – und das alles mit einem breiten Grinsen im Gesicht.

Alle Tiere, die das sahen, lachten und klatschten begeistert. «Das war fantastisch, Trudi», rief der kleine Fuchs Felix.

Trudi war überrascht. «Vielleicht ist es doch nicht so schlimm, tollpatschig zu sein, wenn man dabei alle zum Lachen bringen kann!»

Von da an machte Trudi aus jedem Missgeschick einen kleinen Trick, der die Tiere im Wald zum Lachen brachte. Sie stolperte, rollte, sprang und lachte dabei so herzlich, dass der ganze Wald vor Freude widerhallte. Und immer, wenn sie das Gefühl hatte, ihre Tollpatschigkeit könnte ihr zu viel werden, besuchte sie den Spitzwegerich-Elf, der ihr mit einer neuen lustigen Idee half.

So wurde Trudi, die tollpatschige Schildkröte, zur lustigsten und beliebtesten Bewohnerin des Waldes. Dank des Spitzwegerich-Elfs lernte sie, dass es manchmal nicht darauf ankommt, perfekt zu sein, sondern darauf, das Beste aus sich zu machen – und dabei viel Spass zu haben!

Hanspeter Gautschin

Hanspeter Gautschin

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